Feier-Tage in Langendreer
Dass die Langendreerer gern feiern und feiern können, ist hinlänglich bekannt. Das bewiesen sie auch wieder in den vergangenen Sommer- und Herbstwochen. Ganz abgesehen von den diversen Sommerfesten der Kleingartenvereine, von Parteien, Kirchengemeinden und öffentlichen Einrichtungen machten vier Veranstaltungen in besonderer Weise von sich reden, die sich regen Zuspruchs erfreuten.
Da kam es am 3. Juli zur gelungenen Premiere von „Bänke raus!“, dem „Familienfest am Alten Bahnhof“. Im Vorbereitungskreis, dem nicht nur Mitglieder der „Werbegemeinschaft Alter Bahnhof“ (WAB) angehörten, entstand die Idee, sich am Konzept des „Still-Lebens“ auf der A 40 aus dem Kulturhauptstadtjahr zu orientieren. Und so geschah es: Über 60 Bänke (Biertischgarnituren) wurden von Vereinen, Geschäftsleuten, Einrichtungen, aber auch von Hausgemeinschaften bestellt und von freiwilligen Helfern schon früh am Morgen rund um den „Stern“ aufgestellt. Manche Bankbetreiber schützten die Sitzgelegenheiten durch Pavillons, da das Wetter am 3. Juli alles andere als hochsommerlich war. Aber es blieb trocken – und so füllte sich die „Bänke raus!“-Meile mit Beginn des Open-air-Gottesdienstes zunehmend und junge und ältere Besucher hatten nicht nur ihren Spaß an den vielfältigen Mitmachangeboten, sondern es wurden auch Kontakte vertieft, neue geknüpft und Infos und Erfahrungen ausgetauscht. Mit rockiger Musik von der Bühne fand die absolut gelungene Veranstaltung schließlich gegen 18 Uhr ihr Ende. Und: Der Termin für das zweite „Bänke raus!“ steht schon fest – der 10. Juni 2012. Unbedingt vormerken und sich anmelden!
Ein weiterer Renner war das bereits zum dritten Mal stattfindende Marktfest der „Interessengemeinschaft Langendreerer Markt“ am 10. September. Dieses Fest für Kinder fand bei herrlichstem Sommerwetter statt – und der Andrang war entsprechend. Da boten nicht nur Geschäftsleute aus dem Umfeld ihre Köstlichkeiten und Waren an, da stellten nicht nur öffentliche Einrichtungen ihre Angebote vor, da gab es besonders für die Kinder ein gigantisches Mitmachprogramm – ohne dass dafür auch nur ein Cent bezahlt werden musste. Und so hüpften sie auf der Sparkassenhüpfburg, hatten ihren Spaß auf der Rollenrutsche, versuchten ihr Glück am Glücksrad, trainierten ihre Konzentration an einer Kupferschlange und beim Erbsenklopfen, warfen Dosen und Ringe, spielten Minigolf und schossen auf die Torwand. All diese Angebote wurden von freiwilligen Helfern und aktiven Kindern betreut, so dass trotz des starken Zuspruchs alles in geordneten Bahnen ablaufen konnte. Schließlich hatten ab 17 Uhr auch die Großen noch ihr Vergnügen – bei fetziger Live-Musik von der Bühne, beim Bauchtanz zweier junger Damen und beim abschließenden grandiosen Feuerwerk. Hauptorganisator Christoph Krakowski und seine Helfer waren schließlich rundum zufrieden – besonders mit dem Ergebnis der Tombola, die einen Reinerlös von knapp 1200 € erbrachte. Insgesamt werden 1500 € an die Kindergärten an der Bonifatiusstraße, der Malstatt, der Everstalstraße und der Stockumer Straße sowie an die LWL-Schule am Leithenhaus verteilt. Alle Einrichtungen hatten sich auch aktiv am Marktfest beteiligt.
Ein dritter Höhepunkt der Feiersaison war das schon traditionelle Herbstfest der WAB am Alten Bahnhof am 1. Oktober. Auch hier schönstes Sommerwetter, so dass die Herbst-Accessoires wie die am „Stern“ aufgestellten Heuballen und der angebotene heiße Eierpunsch so gar nicht zu Sonnenschein und Außentemperatur passten. Traditionell gibt’s beim Herbstmarkt viel Kunstgewerbe, aber auch hier stellten sich wieder Einrichtungen und Vereine vor. Ein zentrales Anliegen war die „Pakete zum Leben“-Aktion der Freien Evangelischen Gemeinde, die über den Bund freikirchlicher Gemeinden eine Auslandshilfe der besonderen Art leistet: Menschen in südosteuropäischen Ländern, die dort durch’s soziale Netz fallen, erhalten vor Ort durch die Helfer der Gemeinden Lebensmittelpakete, die vorher per Sattelschlepper dorthin transportiert wurden. Am Ende des Herbstfests standen 175 gespendete Pakete mit je 10 Kg haltbarer Lebensmittel (Mehl, Zucker, Reis, Nudeln, Öl und Vitamintabletten) zum Abtransport bereit.
Ein bedenklicher Höhepunkt stellte sich am späten Nachmittag ein, als etliche Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge mit lautem Tatütata angerauscht kamen. Entgegen der allseits verbreiteten Annahme, es handele sich wohl um eine Feuerwehrüberraschung für das Herbstfest war der Einsatz bitterernst: Schon wieder brannte es am Alten Bahnhof – nachdem nur einige Wochen vorher am „Zwischenfall“ Feuer ausgebrochen war. Glücklicherweise entstand „nur“ Sachschaden – und so nahm das Fest wie üblich schließlich seinen musikalischen Ausklang beim spätsommerlichen Sonnenuntergang. Zwischenbemerkung: Die oben dokumentierten Veranstaltungen gehören mit dem Weihnachtsmarkt im Dorf und der Bürgerwoche mittlerweile zum kulturellen Stadtteilprogramm Langendreers. Sie sind nicht nur wegen ihres Spaßfaktors ein gefragtes Angebot für die Langendreerer Bevölkerung, nein, sie haben darüber hinaus eine wichtige kommunikative Funktion: Sie führen Menschen zusammen, ermöglichen Kontakte bei Alt und Jung, bieten über den Festtermin hinaus Angebote für sinnvolle Freizeitbeschäftigung und nachhaltiges Engagement und erhöhen die Lebensqualität in Langendreer. Von daher sollten wir den Organisatoren und den vielen freiwilligen Helfern großen Dank sagen für ihren Einsatz, der sie nur Kraft und Zeit kostet – uns Besuchern aber ein gutes Stück mehr Lebenslust in Langendreer bereitet. Bereits einen Tag nach dem Herbstfest am 2. Oktober, an gleicher Stelle, nämlich im und am Cafe Cheese am Stern, lief eine Feier besonderer Art ab, zu der auch die Langendreerer Nachbarn eingeladen waren:
Opelaner feierten Der Nachmittag des 2. Oktober stand ganz im Zeichen der Erleichterung und der Freude über die Zurücknahme von 75 Kündigungen. Lange hatten sie gekämpft gegen den Verlust ihrer Arbeitsplätze, dabei eine große Menge an Unterstützung erfahren aus den eigenen Reihen, von Betriebsrat, Politik und Bürgern. Doch schien aller Kampf vergeblich. Die Kündigungen waren ausgesprochen, Verfahren vor dem Arbeitsgericht standen an. Quasi in letzter Minute zog Opel die Kündigungen zurück - aufgrund der guten Auftragslage, wie die Betriebsleitung wissen ließ. Mit einer Grillfete am Stern wollten sich die Opelaner nun bei all denen bedanken, die ihnen zur Seite gestanden haben. Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich zahlreiche Langendreerer und Unterstützer gemeinsam mit ihnen und veranstalten einen fröhlichen Nachmittag mit Essen und Trinken. Doch trotz aller Freude über den - diesmal - guten Ausgang, wurde auch in zahlreichen Gesprächen zwischen den unterschiedlichsten Personen nicht vergessen darauf hinzuweisen, dass mit jedem Arbeitsplatz, der bei Opel verloren geht, auch zahlreiche andere mit in Gefahr geraten. Deshalb wurde neben der Freude auch nicht die Aufforderung vergessen, weiterhin ein wachsames Auge auf den Erhalt der Arbeitsplätze zu haben, nicht nur bei Opel, um einen Stadtteil und seine Menschen lebendig zu erhalten.
pawimö/ GK
Das nächste Fest ...
ist der 7. Weihnachtsmarkt, der am 3. Dezember an bewährtem Ort rund um die Christuskirche im Dorf stattfinden wird. Über 60 Standangebote werden den Langendreerern diesen Samstag vor dem 2. Advent bereichern – neben Ausstellungen und anderen Kulturangeboten in der Christuskirche. Auch die DORFPOSTILLE wird wieder vor der Schülerhilfe ihr spezielles Angebot an Informationen und DOPO-Devotionalien anbieten – und: Die Initiative „Auf geht’s, Langendreer!“ wird die Homepage und den Flyer Langendreers vorstellen! Wir sehen uns!
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