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„Langendreer gegen Nazis“

Demonstration setzt klare Zeichen

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„Überwältigend!“, war die Antwort der älteren Dame am Straßenrand auf die schnell hingeworfene Frage, wie sie das denn finde.
Und in der Tat waren alle Beteiligten und Verantwortlichen der Demo am 29. Oktober überwältigt von dem Zuspruch, den der Aufruf zu einer Demonstration „Langendreer gegen Nazis“ gefunden hatte.
Standen noch eine Viertelstunde vor Beginn der Demo nur kleinere Grüppchen am Ausgangspunkt an der S-Bahn-Station Langendreer-West und war das sichtbare Polizeiaufgebot noch in der Mehrheit, so spuckten die nächsten S-Bahnen Hunderte aus, die mit den hinzuströmenden Langendreerern schließlich satte 1200 Menschen ausmachten, die dann im langen Zug durch Langendreer demonstrierten, um ein Zeichen zu setzen gegen eine Entwicklung, die in den letzten Monaten spürbar die Wut und den Zorn der Anwohner geweckt hatte:
Immer wieder – meist im Schatten der Nacht und an Wochenenden – hatte eine Gruppe von meist jungen Leuten durch lautes Gegröhle von Nazi-Parolen, durch das Absingen von Liedern, durch das Herumwerfen von Böllern, durch das Anpöbeln und Beleidigen von Anwohnern den Unmut der Langendreerer hervorgerufen. Schließlich brannten gar Autos, es kam zu einer Gewaltaktion am S-Bahnhof-Langendreer und zu einem Brandanschlag an der Kaltehardtstraße. Zusammenhänge?
Anfragen bei der Polizei erbrachten keine Klarheit. Man ermittle. Immerhin.
Wie dem auch sei: Die Menschen machten ihrem Unmut Luft am 29. Oktober und stellten unmissverständlich klar, dass Schluss sein musste mit diesem nächtlichen Treiben, mit Besprühungen an Autos und Hauswänden, mit der Verbreitung von Angst und Schrecken in den Straßen Langendreers.
demo5Und in den Wortbeiträgen, die sowohl zu Beginn der Demo als auch am Carl von Ossietzky-Platz (Carl von Ossietzky wurde selbst Opfer der deutschen Nazis 1938) und auf dem Markt gehalten wurden, kam die Entschlossenheit zum Ausdruck, sich diese Aktivitäten im Stadtteil nicht mehr gefallen lassen zu wollen.
Politik und Polizei wurden nachdrücklich aufgefordert, wieder für Verhältnisse zu sorgen, die wieder ein angstfreies und unbeschwertes Leben in Langendreer – für alle – ermöglichen.
Die Wortbeiträge können übrigens unter www.bo-alternativ.de nachgelesen werden.
DOPO-Freund Willi Wachsam wendet sich im Folgenden an jene Leute, die diese Demonstration verursacht haben: