Basketball – Club Langendreer:
Ein Verein in der Midlifecrisis?
41 Jahre ist der Basketball – Club Langendreer (BCL) im Juni diesen Jahres geworden. Ein Alter, in dem sich viele Menschen fragen, wo soll es hingehen, was soll da jetzt noch kommen. An so einem Punkt befindet sich auch der BCL, ein Verein mit Traditionen und einer durchaus erfolgreichen Vergangenheit. Und ein Verein, der anders ist als andere Vereine – zumindest im Basketball. Betrachten wir mal sein bisheriges „Leben“ und wagen einen Blick in die Zukunft! Im Juni 1970 wurde der BCL von jungen Sportlern im Bochumer Osten gegründet, die bisher im CVJM ihren Aktivitäten nachgingen. Die Gründer von damals sind auch heute überwiegend noch Mitglieder und das aktiv! Bis die Turnhalle an der Dördelstraße gebaut wurde (1975), war die erste sportliche Heimat die Turnhalle an der Maiwegstraße (Grundschule am Volkspark). Bis heute wird bis auf wenige Ausnahmen in der Sporthalle des Lessing-Gymnasiums an der Dördelstraße trainiert – in der Mitte von Langendreer! Sportlich ging es schnell aufwärts. Schon 1975 gelang der Aufstieg in die Oberliga. Nach einigen Jahren der sportlichen Stagnation begann 1985 das goldene Jahrzehnt des BCL. Gleich zwei Mannschaften stiegen in diesem Jahr auf. Die 1. Herrenmannschaft in die 2. Regionalliga und die 2. Herrenmannschaft in die Landesliga. Im Jahr 1987 gelang dann der bis heute wohl größte Erfolg in der Vereinsgeschichte, der Gewinn des Westdeutschen Basketballpokals. Bis heute sind die Langendreerer der einzige Titelgewinner, der nicht der höchsten Amateurliga angehörte! Und es war auch das einzige Mal, dass der Titelgewinn nicht nur mit einem Pokal belohnt wurde. Als Stellvertreter des Westdeutschen Basketballverbandes nahm der Bochumer Vorstadtclub an einem internationalen Turnier in Tunesien teil. Der Aufstieg in die dritthöchste Klasse gelang dann 1993 und das ohne bezahlte Spieler, was dem BCL schon damals eine Ausnahmeposition einbrachte und heute schlichtweg unvorstellbar wäre. Der Ausflug dauerte zwar nur ein Jahr, aber trotzdem kann man darum streiten, was der sportlich bisher größte Erfolg war: ein Jahr 1. Regionalliga 1993/1994 oder der Pokalsieg 1987? Die Damen des BCL standen immer ein bisschen im Schatten der Herren. Dabei konnten auch sie bis in die Landesliga vorstoßen (Aufstieg 1989). Aber umso wichtiger waren sie für das Vereinsleben und sind es bis heute. Zwar sind die Mädels von damals heute sportlich nicht mehr aktiv, aber immer noch mit Herz und Seele dabei. Lange Zeit konnten im BCL keine Damen mehr auf Korbjagd gehen. Erst der Wechsel der Damen des SV Langendreer von der Maiwgstraße an die Dördelstraße beendete diese Flaute. Mittlerweile gibt es sogar ein erfolgreiches Mädchenteam im BCL, dem in der letzten Saison der Aufstieg in die U17 Regionalliga gelang. Bis zum Jahr 2004 gab es nämlich noch zwei Basketballvereine in Langendreer. Neben dem BCL hatte auch der SV Langendreer 04 eine Basketballabteilung. Die Herrenmannschaft von Langendreer 04 war dabei sogar bis in die Landesliga vorgestoßen. Über eigenen Nachwuchs verfügte die Abteilung der 04er aber nicht. Letztendlich führten strukturelle Änderungen des Hauptvereins dazu, dass sich die Basketballer aus den Reihen des SV 04 geschlossen dem BCL anschlossen. Nicht zuletzt dieser Zusammenschluss führte dazu, dass der BCL in der Altersklasse der über 40-jährigen über eine hervorragende Auswahl von Spielern verfügt. Die Folgen waren erfreulich: 2006 fuhr die Ü40 des BCL zur Endrunde der deutschen Meisterschaft nach Berlin und konnte dort den 7. Platz belegen. Danach folgte eine Serie von Endrundenteilnahmen in der Altersklasse Ü45, mit Reisen nach München (2007), Bad Dürkheim (2009), Bamberg (2010) und Köln in diesem Jahr. Im Jahr 2008 war der BCL selbst Ausrichter der deutschen Endrunde. Bevor im Jahr 2013 der Wechsel in die Altersklasse Ü50 folgt, steht im nächsten Jahr noch die Endrundenteilnahme in Heidelberg an.
Auch bei diesen Reisen zeigt sich immer wieder das Besondere am BCL: Die Spieler reisen nie alleine an! Weit über 30 Mitglieder machten sich jeweils auf die Wege und die lautstarke Unterstützung ist bereits legendär, bei den Gegnern gefürchtet und trug die Mannschaft immer wieder zu nicht erwarteten sportlichen Erfolgen. Dass der BCL nicht nur unter den Körben gut aufgestellt ist, hat er über Jahre hinweg mit der Austragung seines Mixedturniers bewiesen. 14 Mal gingen Basketballer in gemischten Teams an den Start. In einem Jahr waren es sogar 24 Teams aus ganz Deutschland und damit war es eines der größten Turniere seiner Art in der Region. Schon seit längerer Zeit gibt es den Trend – und das gilt wohl nicht nur für den Basketballsport -, dass es immer weniger aktive Mannschaftssportler gibt. Damit haben vor allem die Randsportarten zu kämpfen, wo es immer schwieriger wird Nachwuchs zu finden. Dabei hat der BCL immer gute Nachwuchsarbeit geleistet und war damit auch erfolgreich. So landete das männliche B-Jugendteam 1987 unter den besten vier Teams in Westdeutschland und reihte sich in klangvolle Namen wie Bayer Leverkusen und Brand Hagen ein. In der Jugendarbeit sieht der BCL auch seine Zukunft. Im Zentrum Bochums soll im kommenden Jahr durch die Fusion des VfL Bochum und der Astro Stars ein Basketball-Großverein entstehen. Der BCL will bewusst klein bleiben um auch seinem sozialem Auftrag gerecht zu werden. „Es geht bei uns nicht nur um den sportlichen Erfolg! Die Jugendlichen solchen sich bei uns auch als Menschen entwickeln!“, glaubt man im Langendreerer Vorstand daran dem Einzelnen im Kleinen besser gerecht zu werden und damit letztendlich dem Verein eine gute Zukunft zu geben. Die Jugendlichen von heute sollen den Verein wieder an die goldenen Zeiten anknüpfen lassen. „Wir hatten unsere beste Zeit, als nur waschechte BCLer in den Mannschaften spielten, da müssen wir wieder hin“, meint BCL-Urgestein Burkhard Becker. Die ersten Schritte wurden bereits gemacht. Nach dem Abstieg in der letzten Spielzeit wurde die 1. Herrenmannschaft verjüngt. Es wird bewusst wieder auf Eigengewächse gesetzt. Die Langendreerer Zuschauer sehen jetzt wieder BCLer! Um die Entwicklung weiter voranzutreiben, hat der ehemalige Geschäftsführer Sven Simon die Initiative ergriffen, einen Jugendförderverein zu gründen. Nach der Gründung soll es dann auch mit der Zusammenarbeit mit den Langendreerer Schulen klappen. Außerdem sollen die Jugendlichen bei gemeinsamen Freizeitaktivtäten mehr zusammenwachsen. „Wir gehören zu Langendreer“, verkündet der 1. Vorsitzende Jens Riwotzki. „Deshalb werden wir dieses Jahr auch erstmals beim Langendreerer Weihnachtsmarkt dabei sein!“ Der Verein will so beginnen sich bei den Menschen in Langendreer wieder in Erinnerung zu bringen. Verbunden ist damit natürlich auch die Hoffnung auf Unterstützung. Weitere Informationen und Kontaktpersonen finden alle Interessierten auf der Internetseite www.bc-langendreer.de. Oder einfach mal in die Halle an der Dördelstraße kommen…
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