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Die Eisenbahn in Langendreer – Teil II

eisenbahn1Über die ersten 60 Jahre der Eisenbahn in Langendreer haben wir in der letzten Dorfpostille (Ausgabe 117) eine Menge berichtet.
1930 war aber nicht das Ende der Eisenbahngeschichte. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Personenstrecke Langendreer - Bochum vierspurig ausgebaut und der „Ruhrschnellverkehr“, der heutige Nahschnellverkehr, eingeführt. Ein Kreuzungsbauwerk, das die Hauptgleise und den Schienenanschluss von Zeche Bruchstraße miteinander verband, entstand am Sternpunkt von Hohlstraße, Salzstraße und Salweidenbecke. Die Stillegung von Zeche Bruchstraße (1962) machte es allerdings überflüssig.
Doch zurück ins Jahr 1930. Rangieranlagen, Signal- und Fernmeldeanlagen wurden nachhaltig verbessert und modernisiert, alles darauf hin vorbereitet, „die Räder für den Sieg“ rollen zu lassen. Doch am Ende blieben stattdessen Trümmer und Trichter, Schutt und Asche. Nachdem nach Kriegsende die stark beschädigten Signal- und Kabelanlagen  instand gesetzt worden waren – die Gebäude hatten weniger Schaden genommen – lief auch der Schienenverkehr wieder in normalen Bahnen. Die nächste große Veränderung stand jedoch schon vor der Tür: das Ende der Dampfloks.
Am 1. Juni 1957 begann das elektrische Zugzeitalter auf der Strecke der alten Bergisch-Märkischen Eisenbahn und zwischen Dortmund und Hamm auf der Köln-Mindener Strecke, ein riesiges Plus für den stark angewachsenen Berufsverkehr. Neben den Elektroloks spielten auch die Dieselloks eine große Rolle, besonders im Güterverkehr. Mit dem Sommerfahrplan 1964 wurde auch die Strecke Langendreer – Witten – Hagen elektrifiziert. Die alten Stellwerke wurden durch modernste Drucktasten- Gleisbildstellwerke ersetzt, die alten Wärterhäuschen verschwanden. Langendreer spielte in diesem Gefüge eine große Rolle.
Doch dann schlossen die Zechen, ihre Gleisanschlüsse wurden unnötig, der Güterverkehr nahm drastisch ab. Die Aufgaben des westlichen Ablaufberges, 1962 stillgelegt, wurden von Dahlhausen und Wanne-Eickel übernommen. Die Güterzüge transportierten ab 1962, mit der Ansiedlung der Opelwerke, fabrikneue Autos und nicht länger Kohle. 1967 entstand ein Containerterminal, das größte in NRW, und sorgte noch mal bis zu seiner Stillegung im Jahre 2000 für eine letzte Blüte des Güterverkehrs.
Ab 1970 wurde der Personenverkehr in Langendreer auf  die Nebenstrecken beschränkt und stark ausgedünnt, zwischen Langendreer und Dortmund – Löttringhausen waren es ab dem Sommerfahrplan 1974 z.B. nur noch zwei Zugpaare täglich. Die Schnellzüge hielten dann ab 1982 nicht mehr in Langendreer. Im September 1983 nahm die südlich des alten Gleisbettes gelegene S-Bahnlinie 1 ihren Betrieb auf und bekam die Haltepunkte „Langendreer-West“ und „Langendreer“.
Damit war das Ende des Langendreerer Bahnhofs besiegelt, der Personenverkehr nach Witten ganz aufgegeben. Dem einstigen Prestigeobjekt, dem Empfangsgebäude, drohte der Abriss.
Die Rettung kam in Gestalt der Initiative Bahnhof Langendreer (ab 1985). Unter Denkmalschutz gestellt und aufwändig renoviert, entstand aus dem einstigen Bahnhofsgebäude das Kulturzentrum Bahnhof Langendreer, über dessen jetzt 25- jähriges Bestehen in der Dopo 117 ausführlich berichtet wurde.
eisenbahn2Und was wurde aus den alten Bahnstrecken?
Zumindest die alte Bahntrasse Langendreer – Löttringhausen wird zu neuem Leben erweckt. Nachdem ein großer Teil der Trasse schon als Radweg „Rheinischer Esel“ ausgebaut ist, gilt dies nun auch für die letzten 5,6 km zwischen der Oberstraße in Langendreer und Witten-Annen. Die zugewachsene Trasse wurde freigeschnitten und die alten Schienen und Bahnschwellen entfernt, die Brücken auf Wittener Stadtgebiet saniert. Im Zuge der Wegebauarbeiten wird dann die drei Meter breite asphaltierte Strecke mit drei Verknüpfungspunkten für den Ein- und Ausstieg versehen, an der Oberstraße, der Dürener Straße und am Waldgebiet Herrensiepen.
Diese auf 2,7 Millionen Euro angesetzte Baumaßnahme soll den Plänen zufolge im Frühjahr 2012 erfolgreich abgeschlossen sein. Wenn alles glatt geht, können dann die Radfahrer die neue Freizeitstrecke mit Beginn der nächsten Saison für sich „erfahren“.         GK

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