Liebe Leserinnen, liebe Leser,
mit dieser Winter-DORFPOSTILLE liefern wir ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk ab: 68 Seiten voller Nachrichten, Berichte, Kommentare, Stellungnahmen, Fotos und jede Menge Kunst und Kultur – aus und über Langendreer und darüber hinaus. Und nächstes Jahr werden wir 30! Was gibt’s Neues? In der Redaktion freuen wir uns über Neumitglied Ulrike Ostroske, die speziell Seiten für Kinder gestalten will. Den Anfang macht sie in dieser Ausgabe. Neu sind etliche Anzeigenkunden, die wir herzlich willkommen heißen. Neuigkeiten liefert die Initiative „Auf geht’s, Langendreer!“: Beim Weihnachtsmarkt will sie einen Langendreer-Flyer und die Langendreer- Homepage vorstellen. Nicht mehr ganz so neu sind die Umtriebe junger Leute, die im Gewand neonazistischer Parolen unseren Stadtteil beunruhigen und in Verruf bringen. Eine beeindruckende Demonstration am 29. Oktober, die nicht nur mit einem Redebeitrag auch von der DOPO unterstützt wurde, war eine erste öffentliche Reaktion auf diese bedauerlichen Erscheinungen. Schließlich wollen wir uns noch bedanken: bei Dr. Song, der uns das herrliche Titelbild (Dorf mit Weihnachtsmarkt) zur Verfügung stellte, bei all denen, die an diesem Prachtexemplar von DORFPOSTILLE mit ihren Beiträgen mitgewirkt haben – und bei einigen Geschäftsleuten, die es wieder geschafft haben, eine Weihnachtsbeleuchtung im Dorf zu installieren. Wir sehen uns auf dem Weihnachtsmarkt und wünschen ein frohes Fest und ein glückliches neues Jahr. Ihre Redaktion
P.S. Der Euro- und Finanzkrise widmen wir einen Beitrag. Das reicht, denn wir lesen, hören und sehen ja jeden Tag davon. |
„Auf geht’s, Langendreer!“
mit
„Langendreer hat’s!“
Die im Früjahr über die DORFPOSTILLE angeregte Initiative „Auf geht’s, Langendreer!“ (s. auch die DOPO-Ausgaben 116 und 117) zeigt nachhaltige Wirkung. Der Reihe nach: Waren am 5. Mai ca. 30 interessierte Langendreerer , die verschiedenste Einrichtungen, Vereine, Gruppen und Geschäfte des Stadtteils vertraten, der Einladung der DORFPOSTILLE gefolgt, so trat am 15. Juni ein Vorbereitungsausschuss zusammen, der sich um die Konkretisierung der Vorschläge und Anregungen kümmern sollte, die bei der ersten „Vollversammlung“ diskutiert worden waren. Das Ziel, nämlich die Steigerung der Attraktivität Langendreers nicht nur für die Bewohner, sondern auch für Menschen außerhalb unserer Region, sollte über die Bildung von Projektgruppen praktischer ins Auge gefasst werden. So kam es am 7. Juli zur zweiten Vollversammlung im Evang. Gemeindehaus an der Alten Bahnhofstr. 28. Fast 40 Anwesende – wieder Vertreter unterschiedlicher Interessengruppen, beratschlagten weitere Aktivitäten, nachdem vorher in einer Art Rollenspiel „typische“ Langendreerer die Stärken des Stadtteils ins Bewusstsein gehoben hatten: Sowohl die Studentin als auch der Rentner, die erziehende Hausfrau und der Geschäftsmann als auch der Freizeitsportler zeigten jeweils aus ihrer Perspektive auf, warum es sich in Langendreer gut leben lässt.
Es folgte eine Power-Point-Präsentation durch den Vorsitzenden von Langendreer 04, Hans-Hermann Brunholt, die im Vorbereitungsausschuss in verschiedenen Sitzungen beraten worden war. Hans Hermann Brunholt stellte einerseits die 6 Stärken des Stadtteils heraus (die gute Verkehrslage und –ausstattung und umfassende Gesundheits-, Bildungs-, Freizeit-, Unterhaltungs- und Einkaufsangebote), die sich auf die 6 Ortssteile Langendreers verteilen. Andererseits wurden aber auch die Schwächen angedeutet, um deren Beseitigung es gehen müsste, so z.B. die Leerstände bei Wohnungen und Geschäften und das nicht immer attraktive Erscheinungbild Langendreers. Ergebnis dieser zweiten Vollversammlung war nicht nur die offensichtlich gestärkte Motivation der Anwesenden, im Sinne des gesteckten Ziels weiter zu machen, sondern es wurden Arbeitsgruppen zu verschiedenen Projekten gebildet: Entwurf einer Homepage und eines Flyers für Langendrer, Nutzung des Müserturms am real-Markt und des brachliegenden Bahngeländes am ehemaligen Containerbahnhof entlang der S-Bahn-Trasse, stärkere Einbeziehung von Bewohnern mit Migrationshintergrund, Stadtteilführungen, Möglichkeiten der Vermietung und Nutzung von Leerständen, Zusammenstellung einer Kontaktdatei relevanter Langendreerer Ansprechpartner (Vereine, Schulen, andere öffentliche Einrichtungen, Parteien, Kirchen) und schließlich der Entwurf eines Slogans für unseren Stadtteil. Nach der Sommerpause traf sich der Vorbereitungsausschuss am 30.August mit Vertretern von Parteien, die in der Bezirksvertretung politische Verantwortung tragen. Der Einladung folgten die SPD, die GRÜNEN, die Soziale Liste und der Bezirksbürgermeister. Wurde den Politikern zunächst das Anliegen der Initiative vorgestellt, nämlich tätig zu werden, um Langendreer nicht nur für die hier Lebenden und Arbeitenden lebenswerter zu machen, sondern auch außerhalb für Langendreer zu werben, so ergab das Gespräch danach einen überaus interessanten Informationsaustausch. So verzeichnet Langendreer einerseits einen, wenn auch geringen Bevölkerungsschwund, andererseits gibt es auch Neubauansiedlungen, die gerade fertig bzw. im Bau und in der Planung sind (Langendreerstaße, 2x Stockumer Straße, Kirmesplatz). Als Attraktion wurde den Gesprächspartnern nicht nur der hohe Grünflächenanteil Langendreers bewusst, sondern auch der vorhandene Gewerbemix im Stadtteil – bei allen zu verzeichnenden Leerständen, an denen gearbeitet werden muss. Als Problem wurde die mangelnde Nahversorgung in den Außenbezirken benannt, nämlich an der Wilhelmshöhe, im Holz, in der Kaltehardt und in Ümmingen. Die Überlegung, dass die vielen Einzelhändler sich aktiver um die Versorgung der Außenbezirke kümmern müssten, fand einerseits Beifall, andererseits war den Anwesenden auch die Schwierigkeit der Realisierung klar. Erfreulich insgesamt war die ungeteilte Unterstützung, die die Politiker der Initiative in Aussicht stellten.
Schließlich kam es am 8.September zur dritten Vollversammlung der „Auf geht’s, Langendreer!“-Initiative. Wieder erschienen über 30 Leute und die Projektgruppen stellten erste Ergebnisse ihrer Bemühungen vor. Per Beamer wurde der mögliche Langendreerer Internetauftritt vorgestellt sowie der Entwurf eines Flyers. Dass bereits Überlegungen zur Umgestaltung des Müserturms durch den Eigentümer angestellt werden und dieser offen ist für weitere Anregungen und Vorschläge, insbesondere zur Dachnutzung, wurde mit Interesse zur Kenntnis genommen. Möglichkeiten der Nutzung des Bahngeländes wurden ermittelt sowohl im Kontakt mit der Bahn als auch demnächst mit dem Bauordnungsamt. Ideen, wie ein regelmäßig stattfindender Flohmarkt oder die Umgestaltung in ein Spielgelände, machten die Runde. Die Projektgruppe zur Migrantenintegration hat bereits in zwei Sitzungen konkrete Überlegungen angestellt und die Ausarbeitung einer Stadtteilführung soll im nächsten Frühjahr vorgelegt werden. Das Projektteam „Leerstände“ arbeitet weiter an Lösungsansätzen und Kontaktdaten werden demnächst in einem Pool zusammengefasst – was zur besseren Kommunikation im Stadtteil führen soll. Schließlich wurde das Ergebnis des Wettbewerbs um einen Stadtteilslogan vorgelegt: 163 Vorschläge hatten die Langendreerer eingereicht. Die Versammlung stimmte über 6 im Vorbereitungsausschuss ausgewählte Slogans ab – mit folgendem Ergebnis: 12 Stimmen jeweils für „Langendreer liegt richtig“, „Leben ist mehr – Langendreer!“, „Langendreer hat’s!“. 7 Stimmen für „Langendreer – alles da, alles nah“, „Langendreer ist mehr“ und 6 Stimmen für „Langendreer – wir haben alles!“. Die Diskussion über Entwürfe, Vorschläge und Ideen nahm wieder breiten Raum ein und neue Projekte wurden angeregt: Bemalung von Strom-, Telefon- und Ablagekästen mit Langendreerer Motiven durch Schülerinnen und Schüler des Stadtteils, eine Radwegekarte für Langendreer und die Installation einer Web-Cam an zentralen Örtlichkeiten.
Wie geht’s weiter? Die Projektgruppen arbeiten weiter an ihren Vorhaben. Kritik, Anregungen und Vorschläge zum Flyer und Homepageentwurf werden aufgenommen: Mittlerweile hat der Vorbereitungsausschuss den Slogan „Langendreer hat’s!“ als am besten passend für Flyer, Homepage und andere Medien ausgewählt. Langendreer wird dann als der 7-Sterne-Stadtteil für sich werben – mit 7 Ortsteilen (Dorf, Oberdorf, Alter Bahnhof, Ümmingen, Wilhelmshöhe, Holz, Kaltehardt)und mit 7 Stärken (Bildung, Gesundheit, Verkehr, Freizeit, Unterhaltung, Einkauf, Menschen). Flyer und Homepage sollen beim Weihnachtsmarkt im Dorf am 3. Dezember der Langendreerer Öffentlichkeit präsentiert werden. Vorher allerdings gibt’s die 4. Vollversammlung, bei der sich die Initiative als Verein etablieren will, dessen Aktivitäten gezielt und kontinuierlich der weitern positiven Entwicklung des Stadtteils dienen sollen. In Zukunft, also im nächsten Frühjahr, sollen nicht nur Repräsentanten von Vereinen, Gruppen, Einrichtungen und Geschäftsleute eingeladen werden, sondern alle Bürger können Mitglied werden, die zum Engagement für Langendreer und seine Menschen bereit sind und Lust darauf haben.
Schlussbemerkung: Der erste kleine praktische Schritt, das Erscheinungsbild Langendreers zu verbessern, war bereits mit der Denkmalreinigungsaktion am Markt durch die Geschäftsmänner Alfred Barczik und Bernd Sohn in der letzten DOPO vorgestellt worden. Mittlerweile ist es gar gelungen, das Grünflächenamt davon zu überzeugen, an selbiger Denkmalsstelle eine Bank zu platzieren – die auch gern von den Langendreerern genutzt wird. Appell an die Nutzer: Bitte nehmen Sie Ihren Müll mit! pawimö
Ein Bonbon der besonderen Art schenkt Unternehmer Horst Lindemann vom Malerbetrieb Lindemann an der Hohen Eiche der Initiative und damit Langendreer: Er ist bereit, die nicht mehr so ansehnliche Fassade eines Hauses im Zentrum Langendreers kostenlos in Absprache mit dem Eigentümer zu erneuern. Es sollte sich dabei um eine Fassade von ca. 200 m² Größe handeln und der Eigentümer muss einverstanden sein, das Gerüst zwei Monate lang stehen zu lassen – mit dem Werbebanner für die Malerfirma und die Initiative „Auf geht’s, Langendreer!“. Die Bemühungen, eine passende Fassade zu finden, sind in vollem Gange. |
Feier-Tage in Langendreer
Dass die Langendreerer gern feiern und feiern können, ist hinlänglich bekannt. Das bewiesen sie auch wieder in den vergangenen Sommer- und Herbstwochen. Ganz abgesehen von den diversen Sommerfesten der Kleingartenvereine, von Parteien, Kirchengemeinden und öffentlichen Einrichtungen machten vier Veranstaltungen in besonderer Weise von sich reden, die sich regen Zuspruchs erfreuten.
Da kam es am 3. Juli zur gelungenen Premiere von „Bänke raus!“, dem „Familienfest am Alten Bahnhof“. Im Vorbereitungskreis, dem nicht nur Mitglieder der „Werbegemeinschaft Alter Bahnhof“ (WAB) angehörten, entstand die Idee, sich am Konzept des „Still-Lebens“ auf der A 40 aus dem Kulturhauptstadtjahr zu orientieren. Und so geschah es: Über 60 Bänke (Biertischgarnituren) wurden von Vereinen, Geschäftsleuten, Einrichtungen, aber auch von Hausgemeinschaften bestellt und von freiwilligen Helfern schon früh am Morgen rund um den „Stern“ aufgestellt. Manche Bankbetreiber schützten die Sitzgelegenheiten durch Pavillons, da das Wetter am 3. Juli alles andere als hochsommerlich war. Aber es blieb trocken – und so füllte sich die „Bänke raus!“-Meile mit Beginn des Open-air-Gottesdienstes zunehmend und junge und ältere Besucher hatten nicht nur ihren Spaß an den vielfältigen Mitmachangeboten, sondern es wurden auch Kontakte vertieft, neue geknüpft und Infos und Erfahrungen ausgetauscht. Mit rockiger Musik von der Bühne fand die absolut gelungene Veranstaltung schließlich gegen 18 Uhr ihr Ende. Und: Der Termin für das zweite „Bänke raus!“ steht schon fest – der 10. Juni 2012. Unbedingt vormerken und sich anmelden!
Ein weiterer Renner war das bereits zum dritten Mal stattfindende Marktfest der „Interessengemeinschaft Langendreerer Markt“ am 10. September. Dieses Fest für Kinder fand bei herrlichstem Sommerwetter statt – und der Andrang war entsprechend. Da boten nicht nur Geschäftsleute aus dem Umfeld ihre Köstlichkeiten und Waren an, da stellten nicht nur öffentliche Einrichtungen ihre Angebote vor, da gab es besonders für die Kinder ein gigantisches Mitmachprogramm – ohne dass dafür auch nur ein Cent bezahlt werden musste. Und so hüpften sie auf der Sparkassenhüpfburg, hatten ihren Spaß auf der Rollenrutsche, versuchten ihr Glück am Glücksrad, trainierten ihre Konzentration an einer Kupferschlange und beim Erbsenklopfen, warfen Dosen und Ringe, spielten Minigolf und schossen auf die Torwand. All diese Angebote wurden von freiwilligen Helfern und aktiven Kindern betreut, so dass trotz des starken Zuspruchs alles in geordneten Bahnen ablaufen konnte. Schließlich hatten ab 17 Uhr auch die Großen noch ihr Vergnügen – bei fetziger Live-Musik von der Bühne, beim Bauchtanz zweier junger Damen und beim abschließenden grandiosen Feuerwerk. Hauptorganisator Christoph Krakowski und seine Helfer waren schließlich rundum zufrieden – besonders mit dem Ergebnis der Tombola, die einen Reinerlös von knapp 1200 € erbrachte. Insgesamt werden 1500 € an die Kindergärten an der Bonifatiusstraße, der Malstatt, der Everstalstraße und der Stockumer Straße sowie an die LWL-Schule am Leithenhaus verteilt. Alle Einrichtungen hatten sich auch aktiv am Marktfest beteiligt.
Ein dritter Höhepunkt der Feiersaison war das schon traditionelle Herbstfest der WAB am Alten Bahnhof am 1. Oktober. Auch hier schönstes Sommerwetter, so dass die Herbst-Accessoires wie die am „Stern“ aufgestellten Heuballen und der angebotene heiße Eierpunsch so gar nicht zu Sonnenschein und Außentemperatur passten. Traditionell gibt’s beim Herbstmarkt viel Kunstgewerbe, aber auch hier stellten sich wieder Einrichtungen und Vereine vor. Ein zentrales Anliegen war die „Pakete zum Leben“-Aktion der Freien Evangelischen Gemeinde, die über den Bund freikirchlicher Gemeinden eine Auslandshilfe der besonderen Art leistet: Menschen in südosteuropäischen Ländern, die dort durch’s soziale Netz fallen, erhalten vor Ort durch die Helfer der Gemeinden Lebensmittelpakete, die vorher per Sattelschlepper dorthin transportiert wurden. Am Ende des Herbstfests standen 175 gespendete Pakete mit je 10 Kg haltbarer Lebensmittel (Mehl, Zucker, Reis, Nudeln, Öl und Vitamintabletten) zum Abtransport bereit.
Ein bedenklicher Höhepunkt stellte sich am späten Nachmittag ein, als etliche Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge mit lautem Tatütata angerauscht kamen. Entgegen der allseits verbreiteten Annahme, es handele sich wohl um eine Feuerwehrüberraschung für das Herbstfest war der Einsatz bitterernst: Schon wieder brannte es am Alten Bahnhof – nachdem nur einige Wochen vorher am „Zwischenfall“ Feuer ausgebrochen war. Glücklicherweise entstand „nur“ Sachschaden – und so nahm das Fest wie üblich schließlich seinen musikalischen Ausklang beim spätsommerlichen Sonnenuntergang. Zwischenbemerkung: Die oben dokumentierten Veranstaltungen gehören mit dem Weihnachtsmarkt im Dorf und der Bürgerwoche mittlerweile zum kulturellen Stadtteilprogramm Langendreers. Sie sind nicht nur wegen ihres Spaßfaktors ein gefragtes Angebot für die Langendreerer Bevölkerung, nein, sie haben darüber hinaus eine wichtige kommunikative Funktion: Sie führen Menschen zusammen, ermöglichen Kontakte bei Alt und Jung, bieten über den Festtermin hinaus Angebote für sinnvolle Freizeitbeschäftigung und nachhaltiges Engagement und erhöhen die Lebensqualität in Langendreer. Von daher sollten wir den Organisatoren und den vielen freiwilligen Helfern großen Dank sagen für ihren Einsatz, der sie nur Kraft und Zeit kostet – uns Besuchern aber ein gutes Stück mehr Lebenslust in Langendreer bereitet. Bereits einen Tag nach dem Herbstfest am 2. Oktober, an gleicher Stelle, nämlich im und am Cafe Cheese am Stern, lief eine Feier besonderer Art ab, zu der auch die Langendreerer Nachbarn eingeladen waren:
Opelaner feierten Der Nachmittag des 2. Oktober stand ganz im Zeichen der Erleichterung und der Freude über die Zurücknahme von 75 Kündigungen. Lange hatten sie gekämpft gegen den Verlust ihrer Arbeitsplätze, dabei eine große Menge an Unterstützung erfahren aus den eigenen Reihen, von Betriebsrat, Politik und Bürgern. Doch schien aller Kampf vergeblich. Die Kündigungen waren ausgesprochen, Verfahren vor dem Arbeitsgericht standen an. Quasi in letzter Minute zog Opel die Kündigungen zurück - aufgrund der guten Auftragslage, wie die Betriebsleitung wissen ließ. Mit einer Grillfete am Stern wollten sich die Opelaner nun bei all denen bedanken, die ihnen zur Seite gestanden haben. Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich zahlreiche Langendreerer und Unterstützer gemeinsam mit ihnen und veranstalten einen fröhlichen Nachmittag mit Essen und Trinken. Doch trotz aller Freude über den - diesmal - guten Ausgang, wurde auch in zahlreichen Gesprächen zwischen den unterschiedlichsten Personen nicht vergessen darauf hinzuweisen, dass mit jedem Arbeitsplatz, der bei Opel verloren geht, auch zahlreiche andere mit in Gefahr geraten. Deshalb wurde neben der Freude auch nicht die Aufforderung vergessen, weiterhin ein wachsames Auge auf den Erhalt der Arbeitsplätze zu haben, nicht nur bei Opel, um einen Stadtteil und seine Menschen lebendig zu erhalten.
pawimö/ GK
Das nächste Fest ...
ist der 7. Weihnachtsmarkt, der am 3. Dezember an bewährtem Ort rund um die Christuskirche im Dorf stattfinden wird. Über 60 Standangebote werden den Langendreerern diesen Samstag vor dem 2. Advent bereichern – neben Ausstellungen und anderen Kulturangeboten in der Christuskirche. Auch die DORFPOSTILLE wird wieder vor der Schülerhilfe ihr spezielles Angebot an Informationen und DOPO-Devotionalien anbieten – und: Die Initiative „Auf geht’s, Langendreer!“ wird die Homepage und den Flyer Langendreers vorstellen! Wir sehen uns!
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Mit Steinadler und Wüstenbussard
Traditionsempfang auf dem Uemminger Hof
Einen Empfang der besonderen Art gab Eigentümer Heinrich Schulte Uemmingen am 18. Juni auf seinem Uemminger Hof an der Wittener Straße 529. Anlass war das 525jährige Bestehen der Hofstelle, dem Stammsitz der Familie Schule-Uemmingen. „In der Chronik des Hofes wird dieser unter seinem Namen erstmalig im Jahre 1486 erwähnt; es ist jedoch davon auszugehen, dass die Hofesgeschichte wesentlich weiter zurückweist“, erläutert H.Schulte Uemmingen im Gespräch. „Bedeutung und Alter des Schultenhofes zu Uemmingen geht u.a. auch aus einer alten Liste der Lehnsgüter der Grafschaft Limburg hervor. Dort ist der Hof zu Ummink mit seiner Capelle und Küsternay aufgeführt.“ 1968 musste die landwirtschaftliche Bewirtschaftung wegen struktureller Veränderungen in der Region aufgegeben werden: Der Bau der Ruhruniversität mit ihren verkehrlichen Konsequenzen, der Ausbau der Wittener Straße (Opel!), der Bau der A 43, die Entstehung des Ümminger Sees mit seinem Naherholungsumfeld und das sich entwickelnde Gewerbegebiet in der Nachbarschaft griffen auch nachhaltig in die Perspektiven des Hofes ein. Der landwirtschaftliche Betrieb wurde nach Niedersachsen verlegt. „Im Familienbesitz verblieben ist lediglich das zwischenzeitlich unter Denkmalschutz gestellte Herrenhaus mit seinen Stallungen und der umschließenden Parkanlage“, liest man in den Ausführungen, die Heinrich Schulte Uemmigen freundlicherweise der DOPO überließ. Aber zurück in die Gegenwart des Traditionsempfangs: Entsprechend des außergewöhnlichen Anlasses begrüße der Gastgeber von einem aus dem Wald entliehenen Hochsitz seine illustre Gästeschar, zu der Vertreter der Land- und Forstwirtschaft, der Kreisjägerschaft, eines Falkenordens, der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Dr. Jürgen Borchert, Offiziere der Bundeswehr und sogar ein Staatssekretär des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums gehörten, „der im Jahre 1966 als Student der Landwirtschaft als Erntehilfe auf dem Uemminger Hof eingesetzt war.“
Ein Ensemble Jagdhornbläser setzte passende musikalische Akzente und zur Jagd ausgebildete Greifvögel des Falknerordens zogen das besondere Interesse der Gäste auf sich: Steinadler, Uhu, Falke, Habicht und Wüstenbussard beeindruckten auch Bezirksbürgermeister Busche nachhaltig. „Für einige Stunden fühlten sich alle Gäste durch ihre bäuerliche Tracht und die historische Dekoration des Hofes in eine vergangene Zeit zurückversetzt. Mit einem Trompetensolo im Fackelschein nahm das Fest zu später Stunde seinen Ausklang“, berichtet H.Schulte-Uemmingen. „Die Fahne von Langendreer abgesetzt mit dem diagonal verlaufenden grünen Band mit den goldenen Buchstaben von ‚Uemmingen‘ vor dem Tor des Hofes ist Zeuge des großen Traditionsfestes“, das in dieser Form wohl erst wieder in 25 Jahren stattfinden soll, so der gerade 60 Jahre alt gewordene Gastgeber, bei dem wir uns für die zur Verfügung gestellten Fotos und die Möglichkeit des Besuchs auf seinem Hof ganz herzlich bedanken. pawimö |
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