Das Ruhrgebiet und seine Sprache (2.)
Beispiele typischer Ruhrgebietsausdrücke
Ausbaldowern Na klar, dass das Wort ‚aus’ der Gaunersprache kommt. ‚Baldover’ ist hebräisch einer, der etwas kann. Ein Sachkundiger in Sachen Diebstahl, der herausfindet, wie man am besten an die Schore kommen kann. ‚Ausbaldovern’ als gebräuchliches Umgangswort muss dabei nicht unbedingt etwas Kriminelles bedeuten. „Ma kucken, wat läuft“ – ‚Ausklamüsern’ kommt übrigens aus der Studentensprache. 1)
Krauter Tante Emma-Läden sind mit Einführung der Supermärkte aus der Mode gekommen. Früher gab’s im Pott die kleinen Läden (Speck- und Musikalienhandlungen) an jeder Ecke. Da war der Umgang sehr persönlich und das Vertrauen zum Kunden bestand schon darin. Dass man anschreiben lassen konnte. Kleine Handwerksbetriebe wurden ‚Krauter’ genannt. Ein ganz alter Begriff. Der ‚Krauter’ war der Meister, der seinen Gesellen das ‚Kraut’, nämlich die ‚Kost’, garantierte. ‚Kraut’ sagt man hier auch zur selbstgemachten Marmelade (Rüben-, Apfel-, Pflaumenkraut). 2)
Mischpoke Im Jiddischen heißt ‚Mischpoke’ nichts anderes als Verwandtschaft. Die schöne Sippschaft war aber auch negativ belastet. So wurde ‚Mischpoke’ bei uns auch zur buckeligen oder puckeligen Verwandtschaft, die man lieber gehen als kommen sah. 3) Alle Zitate stammen wieder aus ; Jürgen Meyer, Wat is Wat?, Das Ruhrstadt-Wörterbuch (1) = S. 23; 2) = S. 65; 3) = S. 77) GK
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