125 Jahre Christuskirche
Das Wichtigste vorweg: Am Sonntag, den 11.9.2011, wird anlässlich der 125. Wiederkehr der Einweihung der Christuskirche im Dorf dieses Datums gedacht, ein entsprechender Gottesdienst und eine Feier in den Räumen des Gemeindehauses an der Alten Bahnhofstr. 28 stattfinden, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Auch die DORFPOSTILLE hat sich der Christuskirche schon häufiger angenommen und tut dies aus obigem Anlass erneut. Im Verlauf des späten 8. Jahrhunderts ließ Kaiser Karl der Große auch die Sachsen missionieren, die seinerzeit unsere westfälische Heimat besiedelten. Der große Karl wendete im Rahmen der Mission leider nicht nur friedliche Mittel an. In einem Gesetz zur Sachsenmission heißt es z.B.:“Wenn einer hinfort im Volk der Sachsen ungetauft sich verstecken und sich unter ihnen verbergen will, der soll des Todes sterben.“ Und bei Wikipedia finden wir gar folgenden Eintrag: “Im Jahre 782 fand im Raum Verden die Unterwerfung der Sachsen im Verlauf der Sachsenkriege durch Karl den Großen einen grausamen Höhepunkt: Angeblich 4.500 Bewohner der damals dünnbesiedelten Region wurden bei dem sogenannten „Verdener Blutgericht“ hingerichtet, nachdem sie sich geweigert hatten, sich dem Frankenkönig Karl zu unterwerfen und den christlichen Glauben anzunehmen.“ Ähnlich blutige Missionsaktivitäten sind für unsere Region nicht überliefert. Im Verlaufe des 9. Jahrhunderts entstanden hier etliche von den Missionaren gegründete Kapellen als Gotteshäuser, so auch an der Stelle, wo heute mitten im „Dorf“ die Christuskirche steht. Fundamente aus den ersten Bauperioden wurden 1981 bei Renovierungsarbeiten freigelegt und dokumentiert. Eine kleine Ausstellung in der Kirche gibt Zeugnis davon (Öffnungszeiten Di. und Fr. von 10 bis 12 Uhr und nach den Gottesdiensten).
Um 1250 kam es dann zum Bau einer Kirche und des wehrhaften romanischen Turms, der heute noch steht und zweifellos zu den Wahrzeichen Langendreers gehört. 1491 erhält die Kirche ihre erste Glocke (Marienglocke), die 1537 und 1551 durch die Urbanus- und Johannesglocke ergänzt wird. Bei Turmbesichtigungen kann dieses älteste mittelalterliche Geläut Westfalens besichtigt werden. 1554 führte Pfarrer Schmidt die lutherische Lehre in Langendreer ein und die Christuskirche wurde zum Gotteshaus der evangelischen Gemeinde.
Erhebliche Zerstörungen während des 30jährigen Krieges (1618 bis 1648) machten einen Neubau der Kirche notwendig, der 1660 abgeschlossen war. 22 Jahre später erhielt die Kirche ihre erste Orgel, 1743 wurde das Kirchenschiff erneuert und 1886 wird das Gotteshaus erheblich erweitert: Der rasante Bevölkerungszuwachs infolge der Industrialisierung auch im Bereich Langendreers machte diese Vergrößerung notwendig. Die Kirche erhielt ihre heutige Form. Das ist also 125 Jahre her! Bombenangriffe auf Langendreer 1944 verschonten auch die Christuskirche nicht, die nach dem Krieg zunächst notdürftig wieder hergestellt wurde. 1979 schließlich beginnt eine grundlegende Restaurierung und Renovierung, in deren Verlauf nicht nur die alten Fundamente aus den Anfängen entdeckt werden (s.o.). In den nächsten Jahren kommt es immer wieder zu kleineren baulichen Veränderungen und Ergänzungen und endgültig abgeschlossen wird diese Gesamtmaßnahme erst 1991. Die Kirche bietet heute nicht nur Raum für Gottesdienste. Seit Jahren wird sie auch für kulturelle Veranstaltungen unterschiedlichen Charakters genutzt, die vor allem von der innergemeindlichen Initiative KulTurm organisiert werden (s. auch Artikel in der letzten DOPO und nebenan). Ein Großteil der Einnahmen dient der Substanzerhaltung der Kirche, die immerhin zu den ältesten Westfalens gehört und am 11.9.2011 im Rahmen des Tages des offenen Denkmals ausführlich besichtigt werden kann.
Dass der Langendreerer Spaziergänger des Abends die Kirche in dezenter Beleuchtung wahrnehmen kann, verdanken wir einerseits der Ev. Gemeinde, andererseits auch einer Privatinitiative, die die Volksbank zumindest vorübergehend als Sponsor für die laufenden Kosten der Beleuchtung gewinnen konnte. Dafür kann man sich ja auch mal öffentlich bedanken. pawimö
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