Honig aus Langendreer
Ein Stück Natur kaum mehr als einen Steinwurf vom Marktplatz im Dorf entfernt, das ist die Hobby-Imkerei von Beatrix Weritz-Meißner an der Bonifatiusstraße.
Die Anfänge gehen auf das Jahr 2004 zurück, als die jüngere Tochter der Familie sich für die Imkerei interessierte und das Projekt gemeinsam mit der Mutter begann. Durch das auswärtige Studium der Tochter bedingt trägt Beatrix Weritz-Meißner inzwischen die Verantwortung für die derzeit sieben Bienenvölker.
Die Grundkenntnisse brachte die Diplom-Agraringenieurin aus dem Studium mit. Das Wissen wurde durch einen „Honigkurs“ vertieft. Der Kurs berechtigt schließlich auch zur Führung des Gütesiegels, das sich auf den Honiggläsern wiederfindet. Neben dem Kurs für angehende Imker können die handwerklichen Fähigkeiten auch durch einen „Imkerpaten“ erlernt werden, der seine Erfahrungen an Neulinge weitergibt.
„Produktionshelfer“ für etwa 180 Kilogramm Honig jährlich sind die sieben Völker mit ihren jeweils 30- bis 40.000 Bienen. Diese sammeln im Frühjahr und im Sommer in zahllosen Flugstunden den Stoff ein, aus dem der Honig geschleudert wird. Da der Aktionsradius der Bienen ca. fünf Kilometer beträgt, ist in der abwechslungsreichen Umgebung Langendreers die Sortenvielfalt gewährleistet. Besonders gern wird der nahe gelegene Friedhof angeflogen, da der Tisch dort offenbar reich gedeckt ist.
In der Hobby-Imkerei an der Bonifatiusstraße entstehen drei Honigsorten: Es beginnt mit dem Frühjahrshonig - vorwiegend aus Raps und Löwenzahn. Dafür stehen die in Richtung Stockum liegenden Felder zur Verfügung. Dieser Honig ist hell, cremig und mild. Der Sommerhonig wird hauptsächlich aus Lindenblüten und den Blumen der Saison gewonnen. Er ist etwas dunkler und intensiver im Geschmack. Für die dritte Sorte, den Waldhonig, ist eine besondere Aktion erforderlich. Ein Transport ins hessische Hinterland muss hierzu organisiert werden. Die Bienen bleiben ca. zwei Monate dort. Als Ergebnis dieses „Urlaubsaufenthalts“ entsteht der sehr dunkle und intensiv schmeckende Waldhonig.
Die so gewonnenen Honigsorten erfüllen die hiesigen Qualitätskriterien, die bei ausländischen Produkten häufig weniger streng sind. Keineswegs besteht der Honig nur aus Zucker. Die enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren, um nur einige Substanzen zu nennen, machen den Honig zu einem wertvollen Lebensmittel.
Die Hobby-Imkerei ist insbesondere in den Monaten von April bis August sehr zeitaufwändig. Dann müssen schon durchschnittlich zwei Stunden täglich investiert werden, um die anfallenden Arbeiten zu erledigen. Dazu gehören das Kontrollieren des Futtervorrats, das Entfernen der so genannten Drohnenbrut, das Ernten des Honigs sowie die Behandlung gegen Parasiten und Krankheiten.
Besondere Aktivitäten erfordert manchmal die „Schwarmzeit“ (Mai, Juni). Dann kann es passieren, dass sich Bienen zur Bildung neuer Völker abspalten und in Schwärmen an alten Bäumen oder in Häusernischen niederlassen. Diese „Ausflüge“ enden glücklich, wenn die Bienen wieder eingefangen werden können. Ansonsten könnte der Schwarm abhanden kommen und zum Winter hin eingehen. In der kalten Jahreszeit reduziert sich die Zahl der Bienen auf 5– bis 10.000 je Volk. Diese Winterbienen leben im Gegensatz zu den Sommerbienen (Lebenserwartung nur etwa ein Monat) ca. sechs Monate und sichern damit den Fortbestand im Frühjahr.
Der nur grob beschriebene Aufwand zeigt bereits, dass man mit dem Ertrag aus der Imkerei nicht reich werden kann. Allenfalls die Betriebskosten sind durch den Verkauf des Honigs gedeckt.
Übrigens: Wer probieren oder das eine oder andere Produkt aus der Hobby-Imkerei erwerben möchte, kann dies auf dem Weihnachtsmarkt im Dorf am 4. Dezember in die Tat umsetzen. Dort wird Beatrix Weritz-Meißner mit einem Stand vertreten sein.
WR
|