Liebe Leserinnen, liebe Leser,
es bedurfte schon einer 40-Stunden-Woche – aufgeteilt in zumutbare Häppchen – bis diese DORFPOSTILLE gefertigt war. „Indesign“ hieß das Zauberwort – ein PC-Programm zum Zeitungmachen, was wir glücklicherweise installieren konnten, um es erstens kennenzulernen und zweitens anzuwenden. Denn unser Stammlayouter Andreas Putzmann stand nicht mehr zur Verfügung, weil seine beruflichen Verpflichtungen ihm nicht mehr die Zeit ließen, uns die DOPO mit seinem Programm zu layouten. „Wer hilft?“, war also die Frage. Mit dem neuen Programm, vor allem aber mit unseren studentischen Rettern (s. S.37 ) und hunderprozentigem Einsatz der DOPO-Layouter-Crew wuchs und wuchs diese DOPO schließlich auf 56 Seiten. Dank an DOPO-Freund Rafael Zawada, der uns bei kniffligen Layout -Fragen hilfreich zur Seite stand. Danke,Andreas! Du hast unserer DOPO in den vergangenen vier Jahren ihr professionelles Format verpasst und mit deinem Anspruch ans Layout ein Niveau gesetzt, hinter das wir nicht mehr zurück wollen. Wir wünschen dir alle Gute! Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, also gute Unterhaltung und viel Erkenntniszuwachs mit dieser Sommer-DOPO, und den kurzbehosten Jungs in Südafrika viel Glück am Ball. Einen schönen Sommer wünscht die Redaktion
P.S. DOPO-Mann Karsten Höser hat unsere neue homepage eingerichtet. Schauen Sie mal nach: www.dorfpostille.de Das Titelfoto mit dem Schachtzeichen über Werne stellte uns Julia Heinemann freundlicherweise zur Verfügung. |
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DOPO-Intern Liebe Leserinnen, liebe Leser Anzeigenformate / Preise Hier gibt‘s die DOPO
Langendreer Das Bo-Ost Frühlingsereignis im Kulturhauptstadtjahr: Kunstmeile Langendreer 2010 Schachtzeichen über Langendreer Willi Wachsam: Ruhris rühren sich! Zu Besuch auf der A40 Zechen und Industriedenkmäler in Langendreer 130 Jahre Schule im Oberdorf STRATABU (Mai 2010) Vorsicht, STOLPERSTEINE! Mit dem Wichtelexpress ins Kinderparadies Ab in die „Grüne Lunge“! 6. Weihnachtsmarkt im Dorf Langendreer-ist-nett.de TuS Kaltehardt auf Erfolgsspur Hautexpert – mehr als nur Kosmetik Neues vom Alten Bahnhof Die Burg in Laer Nachwuchsmodel Vivian Müller Hitparade des Schlagers: Mit den Eckart Fischer Singers Kullerball in Köttelbecke Landtagswahl 2010: Aus dem Tagebuch eines Wahlhelfers Landau: Adji stellt aus! Stammkundschaft zieht mit: 25 Jahre „La Piccola“ Schreibhaus im Bahnhof: Der phantastische Kosmos der Literatur Schülerferienhilfe: Lernen mit Spaß Aktion „Rettet die DOPO!“ Letzte Meldung: 310 Neues vom „Buntstift“
Kultur „Unter rauchenden Schloten“- Das Ruhrgebiet im Spiel Das DOPO-Menü Einladung zur Litera - Tour mit den Bochumer Literaten Buchbesprechung: Jean Ziegler, Der Hass auf den Westen Kunst in Bild und Wort Aus dem „Magnolienbaum“ Buchbesprechung: Nora Marquardt und das schwarze Einhorn
Naturschutz und Politik
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Zeit zum Wechsel: Reine Ökostromanbieter Tanken? Klimaneutral! Bedingungsloses Grundeinkommen?
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Das Bo-Ost Frühlingsereignis im 
Kulturhauptstadtjahr:
Kunstmeile Langendreer 2010
Wie sagte Kulturdezernent Townsend in seinem Eröffnungsbeitrag am 24. April vor dem Amtshaus so treffend sinngemäß: Diese Veranstaltung treffe punktgenau das Konzept, das der Idee der europäischen Kulturhauptstadt entspreche: Nicht nur die kulturellen Großereignisse in den Schauspielhäusern, Museen und Arenen des Ruhrgebiets geben Ausdruck von der Vielfalt und Qualität von Kultur in unserer Region, sondern auch und besonders Veranstaltungen wie die Langendreerer Kunstmeile, die an der Basis öffentlichen Lebens, im Alltag der Bevölkerung die Begegnung mit Kunst ermögliche. Und so fanden bis zum 15. Mai tagtäglich Begegnungen mit Kunst und Künstlern in Langendreer statt: 55 Künstlerinnen und Künstler – davon mehr als die Hälfte aus Bo-Ost – stellten in 46 Geschäften und öffentlichen Einrichtungen ihre Kunstobjekte aus.
Da konnte man vor und nach dem Vollzug der neuen Kurzhaarfrisur im Salon Carow die großflächigen farbenprächtigen Acrylbilder des Kubaners Campana Ochoa betrachten, sich im Bahnhof Langendreer nach der Spaghettimahlzeit von den Ölbaum-Fotografien der Bonner Künstlerin Mechthild Boland einfangen lassen, in der Casa Mia am Alten Bahnhof den Glasperlenschmuck von Elke Lütgerhorst erwerben, in der Bücherstube Lesezeichen an der Hauptstraße die Skulpturen von Änny Pötter bewundern und im Passe Partout die originellen Kunstobjekte des Geschäftsmanns und Künstlers Michael Ruppert in Augenschein nehmen. Im Leerstand Neue Apotheke erfreuten sich die Passanten an der Farbenpracht der Bilder von Manfred Godehardt und den Wandmalereien von Karsten Conrad. (Leerstände kunstvoll nutzen – bis zur nächsten Vermietung! Das wär doch was! Rührt euch – Vermieter und Künstler!) Und dann noch das Drumherum: die in praller Frühlingssonne am 24. April stattfindende Eröffnungsfeier vor dem Amtshaus mit den harten Klängen der Herois und den Fanfaren des Trompetenquartetts der Bochumer Musikschule, den Redebeiträgen des Bezirksbürgermeisters und der Organisatoren, mit der Vorstellung des Kunstmeilen-T-Shirts und des Langendreer-Posters „Der Langendreerer“ von Jörg Krombach, etliche Veranstaltungen von Künstlerinnen und Künstlern während der Ausstellungswochen an den Kunstorten – aufmerksam begleitet und vorgestellt von dem WAZ-Team um Eberhard Franken. Dass verschiedene Hölzer auch unterschiedlich riechen, erfuhren Kinder beim Besuch der Park Apotheke unter Anleitung der Skulpturenkünstlerin Lisa Peterkord – und welche Mühe es macht, aus Stein Figuren zu meißeln, zeigte anschaulich Rene Schuster im Blumenhaus Mesenich und beim Kunsthandwerkermarkt am Stern. Und schließlich nicht zählbare Gespräche über Kunst, ihren Wert, ihren Anspruch, ihre Qualität vor den z.T. pittoresken Schaufenstern und in den Geschäften zwischen Passanten, Besuchern und Ausstellern. Dass diese ganze Aktion ohne jegliche öffentliche Fördergelder, sondern ausschließlich durch die 10€-Gebühren jedes Teilnehmers durchgeführt werden konnte, sollte nicht unerwähnt bleiben. Waren beim abschließenden und bilanzierenden Nachgespräch zur Kunstmeile im Ev. Gemeindehaus an der Alten Bahnhofstr. 28 zwar nur knapp 20 der insgesamt 101 Teilnehmer/innen anwesend, so war man sich doch einig, dass es nicht bei dieser ersten Kunstmeile Langendreer bleiben muss: Die zweite Kunstmeile Langendreer sollte stattfinden – wann auch immer! Die DOPO, aus deren Dunstkreis die Projektidee stammt, bittet hiermit ihre Leserinnen und Leser ihre Meinungen zur 1. Kunstmeile der Redaktion mitzuteilen. Die Beiträge werden wir gern in der nächsten DOPO dokumentieren. pawimö
Rückblicke:


 
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Schachtzeichen über Langendreer
Am Samstag, 22. Mai, wurden die Schachtzeichen, ein weiterer Höhepunkt der Kulturhauptstadt 2010, der Öffentlichkeit präsentiert. Im ganzen Ruhrgebiet stiegen um 12.00 Uhr gleichzeitig 310 leuchtend gelbe Ballone in den Himmel. Diese markierten Schachtanlagen, die zum größten Teil nicht mehr in Benutzung sind und deren Flächen schon anderweitig genutzt werden. Im Bochumer Osten fanden sich fünf Standorte, an denen die Ballone aufstiegen: Schacht Arnold/Gustav am Werner Hellweg, Bruchstraße 1 & 2 und Bruchstraße 3 auf dem Opelgelände rechts und links der Hauptstr., Neu-Iserlohn 2 am Lütgendortmunder Hellweg und Mansfeld 7 an der Urbanusstr. Die Ballone hatten einen Durchmesser von 3,70m und bestanden aus PVC. Befestigt an einem Anhänger erreichten sie je nach Wetterlage eine max. Steigungshöhe von 80 m. Leider ließ es das Wetter in der Aktionswoche nur selten zu, diese Höhe auch auszunutzen. Dies hatte zur Folge, dass die Ballone nicht immer zwischen 10.00 Uhr und 20.00 Uhr zu sehen waren. Finanziert wurden die Ballone und Hänger von verschiedenen Sponsoren. Doch auch ein besonderer Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helfern, die für die Durchführung zuständig waren, so auch den Mitgliedern der beiden Knappenvereine „Glück-Auf Bochum Werne 1884“ und „St. Barbara Langendreer-Werne 1896“. Ihre beiden Vorsitzenden Uwe Einstipp und Wolfgang Rostek eröffneten die Aktion Schachtzeichen auf dem Gelände vom ehemaligen Schacht Jacob, heute Opel Meures am Werner Hellweg. Unterstützt wurden sie von vielen Knappen, die mit Kittel, Schachthut und Geleucht anwesend waren. Nach einer kleinen geschichtlichen Zusammenfassung der Zeche Robert Müser stieg der Ballon pünktlich in die Lüfte. Das Steigerlied wurde angestimmt und mit dem obligatorischen Schnaps endete die Eröffnungsveranstaltung. Die zahlreichen Besucher überquerten den Werner Hellweg, um sich die Ausstellung in den Räumen der gegenüberliegenden Feuerwehrwache anzuschauen. Dort wurden unter anderem Bergmannslampen, Helme, Bilder, ein kleines, aber schweres Teilstück eines Grubenseiles und weitere Dinge aus Privatbesitz gezeigt. Die Ausstellung war die ganze Woche über zu besichtigen, was auch nur durch eine gute Organisation der Knappenvereine möglich war. Am darauf folgenden Samstag bildete ein großes Fest auf dem Gelände der Feuerwehrwache den Abschluss der Schachtzeichenaktion. Neben der schon erwähnten Ausstellung boten verschiedene Aktionen der Feuerwehr, von Gruppen und Gesangsvereinen ein reichhaltiges Programm für die vielen Besucher. Auch das Wetter spielte mit. Nur zum Abend hin wurde es immer windiger, was dazu führte, dass die beleuchteten Ballone nicht den ganzen Abend über zu sehen waren. Durch den aufkommenden Wind mussten sie nach und nach eingezogen werden.
Schächte in Bochums Osten
Die Großzechenanlage Robert Müser, benannt nach dem Generaldirektor der Harpener Bergbaugesellschaft, wurde am 01. Juli 1929 durch den Zusammenschluss der Einzelzechen Heinrich Gustav, Amalia, Caroline und Prinz von Preußen gegründet. Der älteste Schacht von Heinrich Gustav war Jacob, die Verleihung des Grubenfeldes erfolgte um den Jahreswechsel 1854/55. Sofort begann das Teufen und ein Jahr später erreichte man bei 58m das Steinkohlengebirge. Die Förderung der Kohle wurde 1859 aufgenommen. Der Schacht hatte eine Tiefe von 595m. Als in Jacob die Kohle gefördert wurde, begann die Teufe für den Schacht Arnold, nach einem weiteren Jahr erreichte man das Kohlenfeld und im Jahre 1862 wurde auch aus dem Schacht Arnold Kohle gefördert. Im Jahre 1896 wurde Arnold zum Hauptförderschacht und auf Schacht Jacob die Förderung eingestellt und für die Wasserhaltung genutzt. Über Schacht Arnold sehen wir heute noch das Bockfördergerüst in Stahlskelettbauweise, welches seit 1990 unter Denkmalschutz steht. Es ist eine der letzten drei Fördertürme auf Bochumer Stadtgebiet. Die anderen beiden stehen auf Zeche Holland (Wattenscheid) und Carolinenglück (Hamme). Der dritte Schacht Gustav diente als Wetterschacht der Zeche und wurde 1891 in Betrieb genommen. Nach der Schließung der Zeche ist dieser Schacht nicht verfüllt worden und dient bis heute der zentralen Wasserhaltung der Ruhrkohle AG.  Am 31. März 1968 wurde die letzte Schicht auf Robert Müser gefahren und die beiden Schächte Jacob und Arnold wurden stillgelegt und verfüllt. Auf Langendreerer Gebiet gab es die Zeche Bruchstraße auf dem heutigen Opel-Gelände an der Hauptstraße mit ihren drei Schächten Bruchstraße 1, 2 und 3. Die Zeche Bruchstraße war Eigentum des preußischen Staates und ging 1852 in den Besitz des Glasfabrikanten Gustav Müllensiefen über. Der älteste Schacht Bruchstraße 1 wurde zwei Jahre nach Teufbeginn im Jahr 1874 in Betrieb genommen. Er wurde später zu Ehren des damaligen Betriebsführers Gustav Knepper in ‚Gustav‘ umbenannt. Die beiden folgenden Schächte benötigten zwischen Teufe und Inbetriebnahme nur ein Jahr, Bruchstraße 2 1895 / 1896, Bruchstraße 3 1907 / 1908. Die Zeche wurde 1962 geschlossen und alle drei Schächte wurden verfüllt. KH |
Ruhris rühren sich!
Nicht nur während der Kunstmeilenausstellung in Langendreer verließen sie Wohnzimmer, Balkon und Garten, auch die gelben Ballons und das heimatliche Liedgut – um nur zwei Beispiele heraus zu greifen – waren uns Ruhris Anlass, unseren Alltagstrott zu unterbrechen. Und das machen wir ja bekanntlich gern.
Da fuhr doch tatsächlich Freund Ulf mit seiner Christiane nachts nach dem Tatort zum Tippelsberg, um die beleuchteten Gelbkörper auf sich wirken zu lassen, und gemeinsam genossen wir einen sonnigen Nachmittag am Ballon bei der Feuerwehr am Werner Hellweg. Da waren um 16 Uhr schon sämtliche ehrenamtlichen Torten verkauft, Würstchenduft hing schwer über der bevölkerten Szene und Fiege-Pils hatte längst die blassen Wangen der Männer gerötet und den 3D-Oberkörper weiter gestrafft. Ein Ex-Bergmann erläuterte uns präzise und wortgewaltig das unterirdische Kohleabbausystem von Robert Müser, und Freundin Julia ließ sich gern mit Berghelm fotografieren. Die Jungs am Ballon unterrichteten uns fach- und sachgerecht über die Chancen und Risiken der Luftaktion am Schacht. Mein zweiter Ballonbesuch fand am Mont-Cenis-Gelände in Herne-Sodingen statt, wo uns Grubenlampen, aus Steigerjacken gefertigte Taschen, Kettchen mit Förderturm-Motiven und Kohlestücke auf einer Art Bergbau-Flohmarkt angeboten wurden. Und wir merkten es längst: „Ruhrgebiet“ ist Kult! Und die unvermeidlichen Grillwürstchen mit kalter Hopfenschale in Begleitung sind kultverkettete Accessoires. Und dann der Gesangstag am 5. Juni! Wieder pralle Sonne, wieder Mittagsstunde – und das vor dem Bochumer Rathaus auf heißem Pflaster. Aus dem Ratskeller wurde die Kaltschale serviert – auch hier dann und wann in Begleitung des Würstchens – allerdings in der Curry-Pommes-Version. Dann 12.10 Uhr – nach dem WDR-Countdown, bei dem die Zahl sieben vergessen wurde: Das große gemeinsame und ruhige „Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt“. Vielleicht weil mein Vater selbst Steiger war oder weil das ganze Ruhrgebiet mitsang oder weil Melodie und Rhythmus in getragener Weise stattfanden – ich musste schlucken, immer wieder während der Strophen, ich war sozusagen gerührt. Und im Nachgespräch erfuhr ich – glücklicher- und erstaunlicherweise – dass es meinen Begleiterinnen ähnlich ergangen war: Wir Ruhris lassen uns halt gerne rühren, sind rührfähig, rührbar. Ich dachte an Heinrich Heines Beschreibung der Westfalen in seinem „Wintermärchen“, wo er uns als „sentimentale Eichen“ bezeichnet… Wie dem auch sei! Es sind schon markante Erlebnisse mit überraschenden Erfahrungen, die uns das Kulturjahr beschert. Und wir Ruhris rühren uns, lassen uns rühren und das hoffentlich noch ein paar Mal in diesem Jahr – auf jeden Fall am 18. Juli auf der B1. Es rührte Sie Ihr Willi Wachsam |
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