Gedichte von Frau Rasch
"So ist es, wenn sich Gräser neigen"
Es ist schon etliche Jahre her, als der Kontakt zwischen Frau Rasch und der DORFPOSTILLE zustande kam. Im Jahr 2000 war ihr Gedichtband "Magnolienbaum" erschienen, sie war bereits damals treue DOPO- Leserin und so entwickelte sich ein fruchtbarer Kontakt - mit dem Ergebnis einer Anzahl Gedichte, die wir in unregelmäßigen Abständen veröffentlichten. Für diese Ausgabe händigte sie uns ein Foto aus den glücklichen Tagen mit ihrem im Jahr 2000 verstorbenen Mann Günter Rasch aus - und gemeinsam stellten wir dazu einige Gedichte zusammen.
0 tiefes Ineinanderschwingen,  die enge Brust, sie fasst es kaum, dies Weite, ohne Grenzen. So ist es, wenn zwei Töne klingen Und Eines werden dann im Raum.
0 stilles, doch beredtes Schweigen, das uns verbindet wunderbar, dies Ruhen, Eins im Andern. So ist es, wenn sich Gräser neigen Und sich berühr'n, wie unser Haar. Maria Rasch, 1949
So wie der Regen strömt zur Erde nieder, die ihn empfängt, durch ihn vermählt dem Himmel, der ihn gab, so will auch ich für Deiner Liebe Ströme ganz durstge Erde sein und trinken, trinken. Und wie die Erde ihre Nebelschleier Zum Himmel aufwärts steigen lässt, der sie empfängt von ihr, die ihm sich gab, so will auch ich Dir meine Liebe schenken, mit Leib und Leben ganz in Dir versinken. Maria Rasch, 1949
Mairegen Fällt so der Regen sacht schau ich zum Fenster raus. Sein sanftes Rauschen macht mir wohlig mein Zuhaus. Mein vielgeliebter Mann, er liebt den Regen sehr. Sind wir beinander dann, ist' s wonnig umso mehr. Wir denken dann zurück: Er regnete uns nass, als wir im jungen Glück uns liebten - dort im Gras Maria Rasch, 30. Mai 1999
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