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"Mit dem Dorf geht es zu Ende"… 

Haus_Schroederklagte ich in meinem Jahres- rückblick in der DOPO Nr.112, und ich meinte damit den populären Namen unseres Stadtteils in Langendreer. Anlass war ein neuerlicher Abriss eines der Fachwerkhäuser, die bis dato noch für die Bezeichnung "Dorf" stehen. Und da lese ich am 4. Februar in der WAZ/Stadtteilausgabe, "dass das abgerissene Haus [Unterstr.11, d.Red.] bereits 1998 von der Unteren Denkmalbehörde und dem Amt für Denkmalpflege auf seine Denkmaleigenschaft untersucht worden war. Diese Untersuchung war damals allerdings negativ verlaufen: Das Haus war teilweise kriegszerstört und nicht mehr ursprünglich." Und ich fürchtete in meinem Rückblick darüber hinaus: "Der nächste Abbruch wartet - das Haus gegenüber - an der Unterstraße 12." Und so teilt uns die WAZ in ihrem Bericht über die Sitzung der Bezirksvertretung weiter mit, dass "das Haus Nummer 12 allerdings seit April 1989 auf der Denkmalliste und somit unter Schutz" stehe. Und dann kommt's: "Zu einem etwaigen Abrissantrag müsste der Eigentümer nachweisen, dass es unwirtschaftlich wäre, das Denkmal zu erhalten. Dem Antrag müsste nach sorgfältiger Prüfung zugestimmt werden, falls der Erhaltungsaufwand das wirtschaftlich zumutbare Maß übersteigt." Alles klar? Lässt man also ein denkmalgeschütztes Haus in aller Ruhe vor sich hin verfallen - siehe Unterstr.12 - so hat man nach entsprechender Zeit die Möglichkeit, den Abriss genehmigt zu bekommen, denn je länger ich Erhaltungsmaßnahmen verweigere, desto höher werden die Kosten für die Erhaltung, die dann irgendwann "das wirtschaftlich zumutbare Maß" übersteigen. Der Antrag auf Abriss wird dann einer "sorgfältigen Prüfung" unterzogen - wahrscheinlich, ob nötige Erhaltungsaufwendungen noch wirtschaftlich zumutbar sind. Wären sie wirtschaftlich zumutbar, so müsste man halt noch ein wenig warten, bis der Verfall des Denkmals so weit fortgeschritten ist, dass dieHaus_Abrissplatz wirtschaftlich zumutbaren Kosten für den Erhalt überschritten sind. Immer noch alles klar? Vor Monaten habe ich jenes vor sich hin verfallende Haus betreten, um mit dem seinerzeitigen Mieter zu sprechen - und ein feuchter Schimmelgestank empfing mich nach Eintritt durch die Tür. Bereits damals teilte er mir mit, dass an eine Erhaltung des Hauses kaum noch zu denken sei: "Wer soll das denn bezahlen? Da hätte man schon vor Jahren was machen müssen!" Und das übernächste Opfer scheint schon zu warten. Es handelt sich um das Fachwerkhaus an der Oberstraße 21. Es steht nach Auskunft der Eigentümerin nicht unter Denkmalschutz und wäre nur mit erheblichem Kostenaufwand langfristig zu erhalten und zu nutzen (mehr darüber in der nächsten DOPO). Eine insgesamt bedauerliche Entwicklung für unser Langendreer-Dorf, zumal es etliche Privatleute und Initiativen gibt, die sich intensiv mit der Vergangenheit unseres Stadtteils beschäftigen. Erinnert sei an unseren Langendreerer Chronisten Clemens Kreuzer und seine umfänglichen Forschungen zu Langendreer, an die stets gefragten historischen Kalender der Adler-Apotheke, an das gerade erschienene Luftbildbuch des Dr. Song mit üppigen Informationen zur Geschichte Langendreers, aber auch an den Geschichtsverein, die Männer von der Heimatstube und die diversen Internetportale, die sich rührend um alte Fotos unseres Dorfes bemühen. Längst müsste man sich zusammentun, um die dörflichen Reste Langendreers zu retten - da sind Ideen und Engagement gefragt, damit Langendreers Vergangenheit noch eine Zukunft hat. Der Vollständigkeit halber sei auf jene vorbildlichen Initiativen verwiesen, die bereits viel zum Erhalt der traditionellen Substanz Langendreers unternommen haben, wie z.B. der Landschaftsverband mit dem Haus Langendreer, die Ev. Kirchengemeinde mit der Christuskirche, Herr Anders mit Teilen der Klockerigge, jene Patrioten mit der Rettung von Landau, die Familie Levers mit der Mühle und dem Fachwerkhaus am Markt, die Herren von Döhren und Maiweg mit ihren Höfen und weitere Privatleute mit den von ihnen genutzten Fachwerkhäusern und anderen Altbauten in ganz Langendreer. Es geht also. Weiter machen!
Ihr Willi Wachsam

Haus_LeversHaus_Landau