"Wir haben mehr Kleidung als Kunden!"…
...sagt Frau Peter im Gespräch mit der DOPO über die Kleiderkammer der Evangelischen Kirchengemeinde in Langendreer. Im Luthergemeindehaus in der Wittenbergstraße 11a treffe ich die zwei Ehrenamtlichen, Frau Peter und Frau Brauer, die für die Kleiderkammer in Langendreer verantwortlich sind. Obwohl Frau Brauer ausdrücklich sagt, sie sei nur die Hilfe, sind die Beiden jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr zur Stelle und verkaufen an Kunden der Kleiderkammer. Seit bald eineinhalb Jahren haben wir hier in Langendreer eine Kleiderkammer. Entstanden ist dieses Projekt durch Frau Peter. Sie ist auf Grund ihrer Kinder seit mehreren Jahren Hausfrau. Als ihr Sohn 2008 zur Schule kam, war an zwei Vormittagen der Woche wieder Zeit für "andere Tätigkeiten". Frau Peter wandt sich an die Pfarrerin, Frau Vogtmann, und so begann sie im Sommer 2008 mit der Betreuung von zwei Damen im Altenheim. Ungefähr zur gleichen Zeit kam Frau Peter durch eine WDR-Sendung über ein Soziales Kaufhaus auf die Idee der Kleiderkammer. Als Gemeindemitglied kannte sie natürlich die jeden Mittwoch stattfindende Essensausgabe der Wattenscheider Tafel e.V. im Luthergemeindehaus. Warum also nicht in diesem Zusammenhang auch eine Kleiderkammer einrichten? Gedacht, getan! Zufällig wurden damals auch zwei Räume im Gemeindehaus an der Wittenbergstraße 11a frei, die die Gemeinde für die Kleiderkammer zur Verfügung stellte. Innerhalb von knapp zwei Monaten nahm das Projekt Form an. Frau Peter begann schon in den Sommerferien 2008 alle Freunde, Bekannte und Andere auf Kleidung anzusprechen. Sie sammelte alles ein, bügelte, sortierte und in den Herbstferien schraubte ihr Mann Regale an die Wand. So entstand aus einem alten Büro mit zwei Schreibtischen und zwei alten Schränken ein Kleiderladen mit Lager, in dem die Kunden auch mal etwas anprobieren können. Mittlerweile ist das Ganze sehr zeitaufwendig geworden. Die Öffnungszeiten sind zwar eigentlich nur mittwochs von 10 bis 12 Uhr, aber Frau Peter ist meist noch an zwei Abenden die Woche da. Es muss aufgeräumt, gebügelt, sortiert und aussortiert werden. "Ständig kommen neue Spenden", sagt sie, " aber leider noch zu wenig Kunden." Die Kleiderkammer könne noch einiges an Kundschaft vertragen. Zumal Frau Peter und Frau Brauer wissen, dass in Langendreer und Werne noch viel mehr Menschen leben, die oft nicht genug Geld haben, um teure Kleidung in teuren Geschäften zu kaufen. Natürlich hat die Kleiderkammer "Stammkunden", wovon einige ebenfalls bei der Essensausgabe der Tafel Kunden sind. Allerdings berichtet Frau Peter auch von Kunden, die zwar eine Arbeitsstelle haben, deren Einkommen aber so gering ist, dass sie auf die günstigen Preise in der Kleiderkammer angewiesen sind. Es gibt in der Kleiderkammer jedoch eine wichtige Regel: Verschenkt wird nichts! Ebenso gilt, dass wirklich jeder in der Kleiderkammer einkaufen kann. Hier muss kein Ausweis oder Ähnliches vorgezeigt werden. Zudem müssen die Kunden auch nicht zur Tafel gehen. Bei Kunden , die offensichtlich mehr zahlen könnten, scheuen sich die beiden Damen aber auch nicht, um eine zusätzliche Spende zu bitten. Seit gut einem Jahr hat die Kleiderkammer sogar das Sortiment um Bücher, Spielzeug u.ä. erweitert. Speziell für Kinder gibt es Kassetten, CDs und Spiele. Gerade zur Weihnachts- und Osterzeit haben sich auch Geschäftsleute in Langendreer als "Partner" der Kleiderkammer erwiesen. So konnte Frau Peter einiges deutlich günstiger erwerben und dann nochmals günstiger anbieten. Gelegentlich muss auch mal ein Kleiderständer oder anderes Inventar gekauft werden. Solche "Kosten" werden durch die Einnahmen beglichen. Denn die Einnahmen der Kleiderkammer bleiben im Kreislauf der Kleiderkammer und des mittwochs angebotenen Frühstücks im Luthergemeindehaus. Alle Interessierten, die einkaufen oder spenden wollen und zu den normalen Öffnungszeiten wirklich gar nicht können, haben die Möglichkeit, im Briefkasten des Gemeindehauses Wittenbergstr. 11a eine Nachricht mit ihren Kontaktdaten für die Kleiderkammer zu hinterlassen. BC
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